Mittwoch, 17. März 2010

Glaubensgröße

Wort des Lebens März 2010:
Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rücke von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.
Evangelium nach Matthäus 17,20
Wie groß ist mein Glaube?
Senfkörner sind ziemlich klein. Schwarze noch kleiner als weiße.

Sollte man hinbringen, oder?

Aber Berge versetzen? Wer will schon Berge wegrücken? Aber ich glaube auch nicht, dass es mir gelänge.

Ich glaube da doch eher, dass der Berg aus hauptsächlich Stein besteht, eine unglaublich große Masse hat und dementsprechendes Gewicht und dass die Naturgesetzlichkeiten das also verbieten.

Nicht mal Jesus hat Bergmassive durch die Luft gewirbelt.

Gut, gut, übers Wasser Laufen ist auch schon nicht schlecht.

Nehmen wir also für den Moment mal an, dass Jesus das gekonnt hätte.
Nehmen wir außerdem an, dass wir das auch könnten, und dass wir nur nicht im Namen Jesu darum bitten können, weil es sicher nicht der Liebe entspricht, einen Berg zu bewegen, auf dem höchstwahrscheinlich Menschen leben usw.

Wie kriegt man den Berg weg?

Kleiner Glaube, große Wirkung.
Also ein bischen Glauben.
Hmm. 

Jesus benutzt noch mal das Senfkorn als Symbol für das ganz Kleine: In Markus 4, 31-32.

Dort geht es darum, dass das kleinste Samenkorn sehr groß werden kann: Schwarzer Senf nämlich. Botanisch gar keine Senfpflanze, aber trotzdem in unserer Senftube drin.

Der kann als einziger tatsächlich über zwei Meter hoch werden, wie das bei Markus 4, 31-32 vorausgesetzt ist. Und er wächst auch wirklich am See Genezareth.

Also: Das ganz Kleine wird ganz groß. Genau so geht es mit dem Reich Gottes, sagt Jesus.

Schwarzer Senf ist nicht ganz so groß wie ein Berg, aber immerhin, groß genug für die Vögel, um drin zu wohnen. Dafür gibt es ziemlich viele davon, für ziemlich viele Vögel. Und zwar überall da in der Gegend.


Vielleicht kennt Ihr den Rat, dass man den Berg, den man vor sich hat, in lauter kleine Haufen zerlegen soll, um ihn abzuarbeiten.
Also z.B. wenn du aufräumen musst und siehst den Zettel vor lauter Papierbergen nicht, dann nimm dir erst einen ein Eck vom Schreibtisch vor und stell dir den Papierkorb daneben, weil in aller Regel 3/4 sowieso gleich weg kann, und den Rest dann gleich erledigen oder dahin tun, wo er hin gehört.
Und wenn erstmal ein Stapel weg ist, geht's einem gleich besser und man hat wieder mehr Energie...

Wenn du also ganz viel zu tun hast, dann mach einfach eines nach dem anderen. Niemand schafft alles auf einmal.

Aber glauben musst du schon dran, dass du den Zettel vor dir, in der Lage bist, in den Papierkorb zu befördern.

Ist doch klar? Ja eben nicht. Wenn du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, rutschst du in eine Blockade rein: "Das schaff ich ja eh nie..." und, jede Wette, du schaffst es nicht mal, einen einzigen Zettel in den Papierkorb zu werfen.

Was du brauchst ist durchhalten und einfach weiter machen. Es ist nicht der Zauberspruch, der mit einem Finger-Schnipp das Zimmer in den gewollten Zustand versetzt. Das wäre aber auch ziemlich idiotisch: Der eine zaubert einen Berg hierhin, der nächste lässt ihn anderswo hinhüpfen...

Sobald du aber nicht mehr auf den Berg starrst, sondern den kleinen Zettel in der Hand hast, ist auch gar kein Berg mehr da, sondern nur lauter einzelne Zettel.


Im Glauben ist das tatsächlich genau so: Man kann wohl nicht leicht glauben, dass sich der Berg hinweghebt und ins Meer wirft.
Aber vielleicht kannst du glauben, dass Gott dabei hilft, den Berg weg zu kriegen.

Vielleicht steht dann plötzlich ein ganze Mannschaft von Helfern vor der Tür. Soll schon vorgekommen sein. Oder deine Freundin ruft Dich an und ihr macht eine Aufräum-Partie zu zweit: Erst bei dir und dann bei ihr. Macht viel mehr Spaß zu zweit und ist dann auch einfacher, was weg zu werfen.


Das ist wie mit dem Schwarzen Senf. Zu zweit habt ihr schon an zwei Orten gepflanzt. Zwei Büsche für die Vögel.

Versuch's mal.



Bild 1: Matterhorn
Dirk Beyer: Matterhorn (Ostseite) gespiegelt im Riffelsee vom Ufer des Riffelsees aus, Wikimedia Commons (some rights reserved).
Bild 2: Schwarzer Senf
aus Köhlers Medizinalpfanzen, Brassica nigra, auf Wikimedia Commons.
Bild 3: Gebündelte Papierschnitsel
Taw: Piles of cardboard scraps at paper factory in Chojnów (Poland), auf Wikimedia Commons (some rights reserved).
Bild 4: Papierwurm
Wikimedia Commons, Edo de Roo: Muizetrappetje, auf Wikimedia Commons.
Bild 5: Nester in Bäumen
Bobanny: Heronry in Stanley Park, British Columbia, auf Wikimedia Commons.

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