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Mittwoch, 30. September 2009

Mit der Bibel leben

Wer will in der Flut von Informationen, von der wir tagtäglich überschüttet wird, auch noch die Bibel lesen?
Eine langweilige Lektüre...oder?

Wichtig ist, dass man die Bibel nicht liest, wie wenn es ein Telefonbuch oder eine Bedienungsanleitung wäre, sondern dass man fragt: "Was hat das mit mir zu tun?"
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Matthäus 6,33
Ich kann z.B. fragen:
  • Wo ist schon ein Stück "Reich Gottes" da?
  • Wo habe ich schon mal was erlebt, was sich nach "Reich Gottes" angefühlt hat?
  • Was erwarte ich von Gott?
  • Wo halte ich an Vorstellungen fest, die gar nicht ins Reich Gottes passen?
  • Glaube ich überhaupt, dass Gott in der Welt wirkt?
  • Was möchte Gott jetzt von mir?
  • Was bedeutet "Liebe Gottes" konkret in meiner Umgebung?
  • Was bedeutet es, das Reich Gottes zu suchen, für mein Leben in meine Familie, an meinem Arbeitsplatz / in meiner Schule, mit Freunden und Bekannten, mit Fremden?
Nur wenn die Bibel etwas mit meinem Leben zu tun hat, macht es ganz wörtlich "Sinn", darin zu lesen. Dann wird es relevant.

Ich mache einen ganz anderen Schwerpunkt als Chiara. Obwohl beides sich nicht widerspricht, erlebe ich mit dem Text genau das, was er mir jetzt in dieser Situation sagt.

Wenn ich den Text ein halbes Jahr später wieder lese, fällt mir ganz was anderes ein vielleicht...

Dienstag, 15. September 2009

Auf-Suchen

Wort des Lebens September 2009
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Matthäus 6,33
Freilich kenne ich das, dass ganz schnell Dinge wichtig werden, die diesen Ruhm gar nicht verdienen. Und mir ist klar, was davon zu halten ist, wenn ich etwas anderes an die Stelle Gottes setze...

Mir ist aber ein anderer Gedanke gekommen, der auch auf meine eigene Situation passt:
Vielleicht kann es auch ganz konkret ein Aufbrechen zu Orten sein, wo das Reich Gottes schon angebrochen ist. Suchen, wo Gottes Liebe eben schon die Herrschaft übernommen hat.

Wo im deutschen Text der Einheitsübersetzung "Reich" steht, steht auf Altgriechisch, der Sprache, in der das Neue Testament geschrieben ist: "Basileia". Wörtlich übersetzt heißt das "Königsherrschaft".
Es geht also darum, dass der eigentliche König seine Regentschaft ausübt: Gott selbst. Und das heißt "Gott selbst" und nicht die Kirche oder Funktionäre oder Manager...

Der Blick auf Jesus zeigt uns, wie Gott ist, wie er regiert: Gott ist Liebe. Gott will lieber auf Macht verzichten als durch Zwang regieren. Im Reich Gottes hat mein Wollen immer ein Korrektiv, ein letztes Ziel, auf das all mein Handeln hin orientiert ist.
Eben das, was das Reich Gottes ausmacht. Gott selbst, wie er uns in Jesus Christus begegnet.

Orte auf-suchen.
Menschen auf-suchen.

Das Reich Gottes ist keine private Größe. Das Reich Gottes ist Beziehung. Es verwirklicht sich an konkreten Orten, mit konkreten Menschen.
Die bloß individiulistische Suche nach dem Besseren bringt mich da nicht hin.

Orte. Es sind nicht immer die, die man dafür hingestellt hat... Menschen. Nicht immer die, die öffentlich fromm sind... Jesus geht zu denen, die am Rand stehen, die rausgefallen sind aus Beziehungen -- um sie hereinzuholen in den Bereich Gottes, wo die Liebe an der Macht ist. In unserem Verhalten zu ihnen entscheidet sich, ob Reich Gottes anbricht.

Und manchmal gibt es Orte, findet man Menschen, die das schon zu leben versuchen. Und man ist selbst der Hineingeholte.
Jeder von uns braucht das.

Gemeinsam wollen wir das Reich Gottes dann wachsen sehen.

Das griechische Wort, das hier mit "es muss ...gehen um" übersetzt ist,  bedeutet "trachten nach", "erstreben", aber auch einfach "suchen". Oder auch "aufsuchen" oder "forschen nach".

An erster Stelle

Wort des Lebens September 2009

Der für September ausgewählte Bibelvers lautet: 
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Matthäus 6,33

Chiara Lubich, die Begründerin der Fokolarbewegung, hat dazu geschrieben:
"Die erste Sorge des Menschen besteht in der Regel darin, seinem Leben Sicherheit zu geben. ... Doch Jesus stellt uns eine andere Sicht vor Augen... Er erwartet von uns, dass wir uns anders verhalten, als es allgemein üblich ist...

Es soll uns zuerst um das Reich Gottes gehen. ... Wenn wir uns stattdessen vor allem um uns selbst sorgen, werden wir bald hauptsächlich mit Dingen dieser Welt beschäftigt sein. Sie werden dann zu unserem eigentlichen Problem... In uns wird eine große Versuchung aufkommen...

Jesus stellt die Sache auf den Kopf... ist das nicht eine Utopie?... Damals als Jesus diese Worte sprach, sorgten sich die Menschen nicht weniger um ihr Überleben..."  Ganzer Text auf der Web-Site der Fokolarbewegung

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