Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Matthäus 19,24
Ein Kamel durch ein Nadelöhr buksieren, stelle ich mir eher anstrengend vor. Und ich vermute, es bleibt vom Kamel nicht so recht was übrig dabei.
Für deutsche Verhältnisse würde mich sicher kein Mensch als reich einstufen. Wenn ich aber nach Indien blicke oder in afrikanische Staaten, dann bin ich mir fast sicher, dass ich demnächst im Reichtum ersticken werde!
Manchmal denke ich: Dieses vollgestopfte Zimmer! Und dann wünsche ich mir manchmal ein ganz leeres Zimmer herbei.
Aber leere Zimmer in Deutschland - nun, das können sich hier nur reiche Leute leisten, nicht war? Alle anderen Leben in allen Zimmern, die sie haben. Alle anderen heben auf.
Seltsam ist das schon.
Was aber noch seltsamer ist, ist die Tatsache, dass die Reichen immer denken, dass die anderen ja gar nicht so viel brauchen. Also ich z.B. dass die in Indien - ja was eigentlich?
Essen, einen sicheren Schlafplatz, Hygiene, Gesundheitsversorgung, frisches Wasser, Kleidung, das braucht jeder. Und dann sind da noch die Grundlagen, um am sozialen Leben teil zu haben. Und die sind, was sich unterscheidet.
Aber die sind auch nicht festgelegt, wir können sie gestalten. Es müsste nicht so sein, dass jeder seine Wohnung mit Zeug vollstopft, das er irgendwann mal brauchen könnte. Wieso ist das Zeug inzwischen nicht bei denen, die es brauchen? Wieso kommt nicht das, was nötig ist, dann wenn wir es brauchen?
Oder käme es vielleicht? Und wir sind nur nicht bereit, darum zu bitten?
Warum sind wir so bettel-arm in unserem Reichtum? Vielleicht, weil wir die berufsmäßigen Bettler auf den Straßen so widerlich finden. Und weil uns die Bettelbriefe irgendwelcher mehr oder weniger obskurer Organisationen den Glauben daran, dass unsere kleine Barmherzigkeit etwas bewirkt, gänzlich zerstören. Und weil wir "nach oben" wollen und uns erzählt wird, in Deutschland führen die Armen nagelneue BMWs.
Aber reich ist doch auch niemand, oder? Reich sind doch immer "die anderen", "die da oben", die "Großkopferden". Wer würde sich selbst schon zu "den Reichen" zählen. Das klingt doch schon so verdächtig nach: Dann will vielleicht wer was von mir.
Wir wissen nur, wie man teilt, aber nicht, wie man miteinander teilt. Drum braucht jedes Kind einen eigenen Fernseher.
Jedem seime eigene Einsamkeit. Seine eigenen Papierstapel. Seine eigenen Wahlprogramme.
Kein Wunder, dass dafür kein Platz ist im Reich Gottes.
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