Sonntag, 1. November 2009

Korrelation

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Matthäus 19,24


Das ist doch mal ein Wort:

Reiche raus aus dem Himmel!



Kein Platz im Reich Gottes für Bonzen und "Großkopferde"!
No go für korrupte Manager!

Und das war's dann wohl mit dem Himmel. Wir hier in Deutschland passen allesamt nicht durch's Nadelöhr.

 Wie gut, dass die Szene noch weiter geht. Den Jüngern geht's nämlich nicht besser als uns:
Als das die Jünger hörten, waren sie entsetzt: "Wer kann dann überhaupt gerettet werden?", sagten sie. Jesus sah sie an: "Für Menschen ist das ganz unmöglich. Für Gott ist alles möglich."
Ja, da stehen wir nun. Hat alles gar nichts mit Reichtum zu tun, wie wir sehen, wir kommen sowieso nicht rein. Nur Gott kommt rein. Oder wen Gott hineinbuksiert.


Jesus sagt nichts umsonst? Ja das kann ich bestätigen.

Er sagt also das mit dem Reichtum auch nicht umsonst. Dann muss es einen Grund geben, dass Reichtum und Reich Gottes einander ausschließen, oder? Mag Gott keine reichen Leute und lässt sie deshalb draußen stehen?

Nein, also wirklich nicht. Das ist überhaupt nicht der Gott, den ich kenne. Ein Gott, der einem nichts gönnt? Und bei allem schönen schon hämisch grinst und sich die Hände reibt, weil er weiß: Das dicke Ende kommt noch?
Das erinnert verdächtig an eine Fratze des Teufels, wie man ihn auf Karrikaturen finden kann.

Wenn wir schon dabei sind: Es gibt auch noch die Märchen, die von einem "Pakt mit dem Teufel" erzählen, in denen jemand reich wird, indem er dem Teufel seine Seele verkauft. Das ist zwar eine schön bildhafte Darstellung der Tatsache, dass man seine Seele um nichts in der Welt aufs Spiel setzen sollte.
Dass jeder, der sich fern von Gott aufhält, deshalb schon reich würde, wäre allerdings ein ebenso großer Fehlschluss wie der umgekehrte, dass jeder, der Geld hat, allein deshalb "des Teufels" wäre. Das behauptet nicht mal das Märchen.

Also was nu?
Es gibt logisch eine andere Möglichkeit als dass entweder
  • der Zugang zum Himmel durch Reichtum blockiert ist oder
  • Reichtum eine Folge dessen ist, dass man nicht hinein kommt.
Es könnte auch sein, dass
  • beides eine gemeinsame Ursache hat.
Dann treten beide Phänomene zwar häufig oder immer gleichzeitig auf, bedingen einander jedoch nicht. Also beispielsweise: Dass in Offenbach ein Haus abbrennt und dass Tina  wach wird, heißt nicht, das Tina irgendwas vom brennenden Haus weiß oder dass das Haus abbrennt, weil Tina aufwacht. Möglicherweise ist es aber derselbe Blitzeinschlag, der das Haus in Brand setzt und Tina aus dem Schlaf schreckt.

Dies ist übrigens einer der wichtigsten Gründe, warum man nicht alles glauben sollte, was in den Medien berichtet wird.

Gibt es eine gemeinsame Ursache dafür, dass man in das Reich Gottes hinein kommt und dass jemand nicht reich sein kann?
Antwort: Klar. Gott selber.

Reich ist man immer gemessen an einem anderen, der sehr viel weniger hat. Andernfalls nennt ihn niemand reich, sondern hält es für einen Normalzustand.

Und das ist genau die Frage, wenn wir reich sind: Wer ist der andere, der weniger hat, erheblich weniger hat?
Gott zu lieben und den Nächten zu lieben ist dasselbe, sagt Jesus (Matthäus 22, 36-39).
Wer Jesus begegnet, beginnt den anderen als bedürftigen Menschen wahr zu nehmen. Genau das erzählt die Geschichte vom Zöllner Zachäus: Er verschenkte die Hälfte von seinem Besitz und gab vierfach zurück, was er unrechtmäßig erworben hatte. Es geht nicht darum, dass er selbst zum Bettler wird, es geh darum, dass er anfängt zu teilen.

Andererseits ist das "Reich Gottes" nichts anderes als der Herrschaftsbereich Gottes. Wer von Gott nichts wissen will, geht dem aus dem Weg. Die Liebe Gottes kann aber niemanden gegen seinen Willen in die Gemeinschaft mit Gott zwingen.

Wer den anderen - den "Nächsten", wie das biblisch heißt - nicht sehen will, der kann sich auch nicht Gott nähern, in dem die Wahrheit ist, denn tut er dies, wird er erst sich selbst in einem anderen Licht sehen und dann den anderen.

Bei Gott aber ist alles möglich.

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