Gestern morgen erwachte ich mit einem inneren Bild vor Augen: Ein Pflanze sprießt hervor, kräftig und grün.
Allerdings bin ich die Blumenzwiebel in der Erde.
Die Pflanze wächst schnell. Wie sie aussehen wird, weiß ich nicht.
Jedenfalls werde ich immer lebendiger.
Neuling I: Berufung und Neuling II: Protest tragen das Datum des gestrigen Tages, weil ich sie gestern freigeschaltet habe, sie sind aber weitgehend in den Tagen davor schon entstanden. Es steckt in ihnen so viel an Dingen, die mich zutiefst berühren, dass ich darüber erst schlafen musste, bevor ich sie Euch weitergebe.
Neuling III: Loslassen ist der erste Text der Serie, der ebenso live geschrieben ist, wie sonst die Posts zum Wort des Lebens.
Was hier passiert, in den letzten Tagen vor allem, ist etwas ganz wunderbares. Am besten ist es mit dem Wort "Loslassen" zu beschreiben.
Schon sehr zu Anfang nach meinem Besuch im Fokolar, noch bevor ich auch nur in Hübingen mit gewesen bin, begann sich die ständige Sorge einfach aufzulösen. Zunächst die, was ich nach dem Studium überhaupt machen werde, wo mein Platz ist. Die Frage ist nicht aus der Welt, sie ist immer mehr der Gewissheit gewichen, dass Gott mein Leben in der Hand hat und die Sorge so überflüssig ist wie unsinnig, angesichts meines beschränkten Blicks.
Bis ich fertig sein werde, werde ich, nebenbei bemerkt, wichtige Dinge ohnehin nicht mehr für mich allein in meinem Zimmer entscheiden.
Gelegentlich schwappt bei mir wie eine Woge von etwas "anderem" herein. Dinge die, scheint mir, als Gedanken längst da gewesen sind. Nur sind sie nie fühlbar geworden.
Ich weiß z.B. nicht mehr, wieso ich einen Schrank voll Bücher hier stehen habe, die keiner außer mir benutzt.
Ich frage mich, wieso ich die Türen nicht weiter aufmache und Leute hereinlasse und wofür ich so geizig bin. Ob andere das so empfinden, ist mir gleich. Ich habe keine moralischen Ansprüche, ich finde es unlogisch.
Ich meine durchaus nicht, dass ich die Welt um mich herum nicht mehr verstehe, mein Verstand scheint mir durchaus intakt. Ich finde lediglich mich selbst darin absurd.
Meine innere Landkarte von der Welt kennt keine Grenzen. Und mir scheint fast als halte sich meine Seele auch gar nicht an einem bestimmten Ort auf, während ich durch Offenbach schlendere, denn ich bin mit so vielen Menschen überall auf der Welt verbunden. Ich habe sie noch nie gesehen, aber ich fühle mich tatsächlich von ganz vielen umgeben.
Die auffälligste Veränderung: Ich bin um so vieles gelassener all den Dingen gegenüber, die mir nicht behagen. Die Dinge müssen nicht meine Ansprüche erfüllen. Indem ich meinen Ort finde, kann ich die anderen so sein lassen, wie sie sind.
Ich bin gespannt, wie's weiter geht.
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